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Inklusionskonferenz

Als Auftaktveranstaltung zur Inklusionsplanung fand am 17. August 2015 ab 16 Uhr eine öffentliche Veranstaltung im Kreishaus in Olpe statt.

Die Inklusionskonferenz wurde zu einem frühen Zeitpunkt der Inklusionsplanung ausgerichtet. Hierdurch sollten die relevanten Akteure über das Vorhaben informiert werden und ihnen die Möglichkeit gegeben werden, an der Schwerpunktsetzung des Planungsprozesses mitzuwirken.

Als Adressatenkreis wurden Akteure im Zusammenhang mit der Inklusionsplanung, aber auch alle interessierten Bürger öffentlich eingeladen.

Das Programm

  • Begrüßung und Begründung des Vorhabens (Landrat Frank Beckehoff)
  • Kultureller Beitrag (Trommler-Gruppe der Werthmann-Werkstatt Meggen)
  • Herausforderungen der Inklusionsplanung (Prof. Dr. Albrecht Rohrmann)
  • Stellungnahme des Vertreters der AG Selbsthilfe (Jürgen Dolle)
  • Arbeitsphase (Einleitung und Moderation durch Matthias Kempf)
  • Zusammentragung der Kernsätze aus den Arbeitsgruppen und Ausblick auf den geplanten Verlauf der Inklusionsplanung (Moderation durch Prof. Dr. Albrecht Rohrmann)
  • Verabschiedung (Landrat Frank Beckehoff)

Eindrücke

Bild Begrüßung durch den Landrat Frank Beckehoff

Bild Begrüßung durch den Landrat Frank Beckehoff Bild  musikalischer Beitrag der Trommler-Gruppe  der Werthmann-Werkstatt Meggen

Begrüßung durch den Landrat Frank Beckehoff

Begrüßung durch den Landrat Frank Beckehoff musikalischer Beitrag der Trommler-Gruppe
der Werthmann-Werkstatt Meggen
Beifall für die Trommler-Gruppe Vortrag von Prof. Dr. Albrecht Rohrmann Stellungnahme von Hr. Jürgen Dolle
Beifall für die Trommler-Gruppe Vortrag von Prof. Dr. Albrecht Rohrmann
(ZPE, Universität Siegen)
Stellungnahme von Hr. Jürgen Dolle
(Vertreter der AG Selbsthilfe)
Bild Einleitung in die Arbeitsphase Bild interessierte Zuhörerschaft Bilc Diskussion an moderierter Pinnwand
Einleitung in die Arbeitsphase
durch Matthias Kempf (ZPE, Universität Siegen)
interessierte Zuhörerschaft
Diskussion an moderierter Pinnwand
Bild Erläuterungen zum Thema der Pinnwand Bild Festhalten von Diskussionsbeiträgen Bild Zusammentragung der Kernsätze
Erläuterungen zum Thema der Pinnwand Festhalten von Diskussionsbeiträgen Zusammentragung der Kernsätze
aus den Diskussionen

Die Arbeitsphase

Während der Arbeitsphase waren die Teilnehmer/innen der Inklusionskonferenz gebeten, an moderierten Stellwänden über verschiedene Themen in Bezug auf den Kreis Olpe zu diskutieren. Diese bezogen sich auf folgende fünf Dimensionen zur Entwicklungen eines inklusiven Gemeinwesens:

  • Die Weiterentwicklung der Partizipation und der Selbstvertretung von Menschen mit Behinderung. Dies schließt insbesondere auch die kulturelle Selbstrepräsentation in öffentlichen Räumen ein. (Art. 29)
  • Die Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung hinsichtlich der Entwicklung einer Inklusionsorientierung, die sich nicht nur auf Menschen mit Behinderungen, sondern auf alle Menschen bezieht, die in besonderer Weise von Ausgrenzung bedroht sind. (Art. 8)
  • Die Verbesserung der Zugänglichkeit und Nutzbarkeit von Räumen durch die Überwindung von Barrieren. (Art. 9)
  • Die inklusive Gestaltung von Einrichtungen und Diensten des öffentlichen Lebens (Mainstreaming). (Art. 19 c)
  • Die Planung und Entwicklung von flexiblen und inklusionsorientierten Unterstützungsdiensten für Menschen mit Behinderung. (Art. 26)
Partizipation

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Fazit:

Mit den örtlichen Unterstützerkreisen, der Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfe und den Stellen der Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderung und der Ombudsfrau bestehen bereits partizipative Strukturen. Als wesentliche Entwicklungsziele wurde die Erhöhung der Verbindlichkeit der Mitbestimmung, die Schaffung eigener Entscheidungsmöglichkeiten, die Ausweitung des repräsentierten Personenkreises und eine Mitsprache von Themen die über den „Sozialen-Bereich“ hinaus gehen gefordert. Wiederholt wurde darauf hingewiesen, dass die Menschen mit Behinderung darauf bestehen, sich selbst zu vertreten, da ihre Interessen mit denen der Anbieterorganisation divergieren und das hierauf bisher nicht ausreichend Rücksicht genommen wurde. In diesem Zusammenhang ist auch die Entwicklung und Etablierung von Assistenz bei der Selbstbestimmung von Gruppen die sich nur schwer in Selbstvertretungsgremien artikulieren können von Bedeutung. Darüber hinaus wurde der Charakter des Themas Partizipation als Querschnittsthema auch daran deutlich, dass aus allen anderen Themenbereichen Barrieren genannt wurden, welche die Mitbestimmungsmöglichkeiten begrenzen.

Bewusstseinsbildung

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Fazit:

Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung wird durch miteinander gemachte Erfahrungen in vielfältigen Lebensbereichen erreicht. Dieser verstärkte Umgang miteinander kann in Vereinen, beim Sport, am Arbeitsplatz oder auch im Wohnumfeld erlebt werden. Es werden sowohl gezielte Informationsmaßnahmen, Förderung von Projekten, aber auch Verbesserungen bei den Unterstützungsdiensten und der Information über diese vorgeschlagen, bzw. gefordert. Die teilweise notwendigen Beiträge werden als Barriere für mehr Gemeinschaft empfunden.

Zugänglichkeit

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Fazit:

Als vorhandene Stärken werden die obligatorische Beteiligung der Selbsthilfe bei Entscheidungen über Erhalt und Ausbau von Infrastruktur, sowie die Ausgabe von Taxischeinen an Mobilitätsbeeinträchtigte Personen wahrgenommen. Gleichzeitig wird der Abbau von Barrieren vor allem für Räume in öffentlicher Trägerschaft (Veranstaltungsräume in den Gemeinden), in privater Trägerschaft (Kirchen, Restaurants, Kneipen) und im ÖPNV (Voranmeldungen, Ausstattung der Busse, flexible Lösungen) gefordert. Als anzustrebendes Ziel wurde „die selbstständige, barrierefreie Nutzung aller Angebote für alle“ formuliert.

unabhängige Lebensführung

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Fazit:

Neben vielen Handlungsmöglichkeiten in diesem Bereich wurden im Rahmen der Auftaktveranstaltung vor allem viele Schwächen an der aktuellen Situation ausgemacht. Während aktuell wegen fehlender gemeinsamer Berührungspunkte das Wissen und Verständnis für Menschen mit Behinderungen fehlt, werden Möglichkeiten diese Situation zu überwinden in der Schaffung von Begegnungsmöglichkeiten (Vereine gehen aktiv auf Menschen mit Behinderung zu, passgenaue, individuelle Hilfen) und allgemein in der Entwicklung einer Willkommenskultur gesehen. Als Stolpersteine für eine inklusive Entwicklung werden vor allem Segregation am Wohnungsmarkt und Kommunikationsbarrieren gesehen.
Unterstützungsdienste

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Fazit:

An den aktuell bestehenden Unterstützungsdiensten wird kritisiert, dass sie eher auf die Integration in ein Hilfesystem abzielen und Beratungsangeboten teilweise Neutralität fehlt und so eher den Interessen der Träger dienen. Handlungsmöglichkeiten werden in der verstärkten Bereitstellung von Assistenz und einer Vernetzung der Hilfesysteme gesehen. Hierzu wird auch ein Wandel im Selbstverständnis bei der Bereitstellung von Unterstützungsleistungen gefordert.